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18.10.2004

Absturzsichernde Geländerausfachungen aus Glas, Kategorie C1 nach TRAV


Fachinformation 4/04

Absturzsichernde Geländerausfachungen aus Glas,
Kategorie C1 nach TRAV;
Eine Klarstellung 

Die „Technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen“ (TRAV) regeln u. a. Geländerausfachungen, die an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten linienförmig und/oder punktförmig gelagert sind.

Punktförmige Lagerung kann sowohl mittels so genannter Randklemmhalter oder über in Glasbohrungen sitzenden Glasklemmhaltern, auch Punkthalter genannt, erfolgen.

Nach den Regelungen der TRAV sind punktförmig gelagerte Geländerausfachungen nur imInnenbereich zulässig.

Einscheibensicherheitsglas (ESG) als Einzelscheibe darf nur dann verwendet werden, wenn die Verglasungen allseitig linienförmig gelagert sind.

Punktförmig gelagerte Geländerausfachungen aus ESG sind nach TRAV nicht geregelt.

Bei nicht allseitig linienförmiger Lagerung ist grundsätzlich Verbundsicherheitsglas (VSG) zu verwenden. Gebohrte Gläser sind dabei mit VSG aus ESG, bzw. VSG aus TVG (mit Allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung) auszuführen.

Ein statischer Nachweis für Verglasungen der Kategorie C1 ist nur dann erforderlich, wenn die Verglasungen Querlasten, z. B. Wind angesetzt werden.

Für absturzsichernde Verglasungen muss der Nachweis für ausreichende Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen geführt werden. Dies erfolgt im Regelfall versuchstechnisch durch den so genannten „Pendelschlagversuch“ mit einer Fallhöhe von 450 mm.

Für linienförmig gelagerte Verglasungen der Kategorie C1 enthält die Tabelle 2 der TRAV Glasaufbauten mit nachgewiesener Stoßsicherheit. Für punktförmig gelagerte Verglasungen der Kategorie C1 mit in Bohrungen sitzenden, kreisförmigen Punkthaltern gilt diesbezüglich die Tabelle 3 der TRAV.

Tabelle 3: Vorgaben für punktförmig über Bohrungen gelagerte Geländerausfachungen aus VSG

Spannweite *) in mm
min. / max. 

Tellerdurchmesser in mm

Glasaufbau in mm

500 / 1200

? 50

? (6 ESG / 1,52 PVB / 6 ESG)

500 / 1600

? 70

? (8 ESG / 1,52 PVB / 8 ESG )

500 / 1600

? 70

? (10 TVG / 1,52 PVB / 10 TVG)



500 1200


? 50


? (6 ESG / 1,52 PVB / 6 ESG)


500 1600


? 70

? (8 ESG / 1,52 PVB / 8 ESG )
500 1600


? 70



? (10 TVG / 1,52 PVB / 10 TVG)



*) maßgebender Abstand zwischen den Punkthaltern

Die Verwendung von Glasaufbauten mit nachgewiesener Stoßsicherheit, d. h. nach Tabelle 2 oder Tabelle 3, bedingt jedoch die Einhaltung konstruktiver Bedingungen. Siehe hierzu Punkt 6.3.2 bzw. Punkt 6.3.3. Ein Pendelschlagversuch wird für Verglasungen mit nachgewiesener Stoßsicherheit nicht gefordert.

Generell sind Geländerausfachungen, die von den Regelungen der TRAV abweichen, nicht verboten. In solchen Fällen ist der Verwendbarkeitsnachweis in Form einer Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung oder einer „Zustimmung im Einzelfall“ zu erbringen.Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen liegen für Produkte der Firmen Pauli + Sohn GmbH und Fa. SWS GmbH vor.

Fa. Pauli + Sohn GmbH 
Eisenstraße 2 
51545 Waldbröl, www.pauli.de 
Zulassungsnummer: Z-70.2-28 und 

Fa. SWS GmbH
Friedrich-Engels-Straße 12
51545 Waldbröl
www.sws-gmbh.de
Zulassungsnummer: Z-70.5-73

Hierbei handelt es sich um Geländerausfachungen, die über seitlich angeordnete Randklemmhalter gelagert sind. Abweichend von der TRAV handelt es sich hierbei um absturzsichernde Verglasungen aus monolithischem ESG-H, wobei auch der Einsatz im Außenbereich nach der Zulassung geregelt ist. Weitere Einzelheiten hierzu sind dem jeweiligen Zulassungsbescheid zu entnehmen.