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18.08.2005

Änderungen betreffend der Verwendbarkeitsnachweise für absturzsichernde Verglasungen im Geltungsbereich der TRAV


Fachinformation 01/05

Mit der Aufnahme der „Technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen" in der Bauregelliste Teil A haben sich die Verwendbarkeitsnachweise für absturzsichernde Verglasungen im Geltungsbereich der TRAV geändert.

Es sind dazu zwei Arten von Verwendbarkeitsnachweisen zu unterscheiden:

  1. Vorgefertigte, absturzsichernde Verglasungen nach TRAV, deren Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen bereits nachgewiesen wurde(Abschnitt 6.3) oder rechnerisch nachweisbar ist (Abschnitt 6.4). (siehe Bauregelliste A, Teil 1, lfd. Nr. 11.9)

    Es handelt sich hierbei um absturzsichernde Verglasungen mit bereits versuchstechnisch nachgewiesener Stoßsicherheit. Dies sind Verglasungskonstruktionen, deren Glasaufbauten den Tabellen 2, 3 und 4 der TRAV entsprechen, und die gleichermaßen die konstruktiven Bedingungen für die Anwendung vor genannter Tabellen erfüllen (Abs. 6.3).

    Mit erfasst sind auch Verglasungen, für die der Nachweis der Stoßsicherheit mittels Spannungstabellen, ebenfalls unter Berücksichtigung konstruktiver Vorgaben und Beschränkungen, nachgewiesen werden (Abs. 6.4).

    Für diese Verglasungskonstruktionen ist weder eine Versuchsdurchführung zur Feststellung der Stoßsicherheit noch eine gutachterliche Stellungnahme erforderlich.

    Der Verwendbarkeitsnachweis erfolgt hierfür lediglich durch die Übereinstimmungserklärung des Herstellers. Damit bescheinigt der Hersteller, dass die betreffende, absturzsichernde Verglasung dem Geltungsbereich der TRAV und den Bedingungen nach Abs. 6.3 bzw. 6.4 entspricht.

  2. Vorgefertigte, absturzsichernde Verglasungen nach TRAV als Bauprodukt und absturzsichernde Verglasungen nach TRAV als Bauart, deren Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen experimentell nachgewiesen werden soll.
    (siehe Bauregelliste A, Teil 2, lfd. Nr. 2.43 und Teil 3, lfd. Nr. 12)

    Es handelt sich hierbei um absturzsichernde Verglasungen nach TRAV, die hinsichtlich des Glasaufbaus und/oder den zugehörigen konstruktiven Bedingungen der Tabellen 2, 3 und 4 bzw. Anhang C nicht entsprechen. Das können z. B folgende Merkmale sein: geringere Glasdicken, größerer Schraubenabstand, geringeren Glaseinstand, dünnere PVB-Folie, usw.

    Für diese absturzsichernden Verglasungen ist mit Aufnahme der TRAV in die Bauregelliste Teil A als Verwendbarkeitsnachweis ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) erforderlich. Mit diesem Prüfzeugnis soll belegt werden, dass die Verglasungskonstruktion die Anforderungen ausreichender Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen erfüllt.
    Das abP ist nicht auf ein bestimmtes Bauvorhaben beschränkt und kann während seiner Geltungsdauer (i. d. R. 5 Jahre) immer wieder verwendet werden.

    Das abP darf nur durch ein vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin anerkannte Prüfstelle ausgestellt werden. Die Grundlage für das abP bildet auch weiterhin die versuchstechnische Durchführung an Probekörpern oder eine Beurteilung, die anhand bereits geprüfter Verglasungskonstruktionen durch die anerkannte Prüfstelle bescheinigt wird.

    Der Verwendbarkeitsnachweis erfolgt hierbei durch eine Übereinstimmungserklärung des Herstellers, in welcher der Hersteller bescheinigt, dass die betreffende absturzsichernde Verglasung dem Geltungsbereich der TRAV und den Bestimmungen des abP entspricht.

    Mit dieser neuen Art des Verwendbarkeitsnachweises durch ein abP wird dem Hersteller von absturzsichernden Verglasungen erstmals die Möglichkeit eingeräumt, immer wiederkehrende Verglasungskonstruktionen mit absturzsichernder Funktion in Bezug auf den Nachweis ausreichender Tragfähigkeit unter stoßartigen Einwirkungen durch die Vorlage eines abP zu belegen.

    Für absturzsichernde Verglasungen, die nicht im Geltungsbereich der TRAV liegen und für die keine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vorliegt, muss auch weiterhin als Verwendbarkeitsnachweis eine „Zustimmung im Einzelfall" (Z.i.E.) durch die Oberste Bauaufsicht des jeweiligen Bundeslandes eingeholt werden.