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Erläuterungen zu den TRLV



Erläuterungen zu den TRLV


Geltungsbereich

Die TRLV regeln die Verwendung von Vertikal- und Überkopfverglasungen.

Ist die Verglasung mehr als 10° zur Lotrechten im eingebauten Zustand geneigt,

handelt es sich um eine Überkopfverglasung. In allen anderen Fällen liegt eine

Vertikalverglasung vor. Die besonderen Regelungen für Überkopfverglasungen

sind auch bei Vertikalverglasungen anzuwenden, sofern diese durch länger

anhaltende Einwirkungen, wie z. B. Schnee, belastet werden. Dies kann z. B.

bei Shed-Verglasungen der Fall sein.



Die Lagerungsart muss jeweils beidseitig durchgehend linienförmig sein; bei

Überkopfverglasungen auch für nach oben gerichtete Einwirkungen, z. B

Sogbeanspruchungen infolge Wind. Diese Lagerungsart wird in der Regel

durch Glasandruckleisten aus hinreichend steifen Metallprofilen sichergestellt.

Die TRLV gelten nicht für geklebte Fassadenelemente (Stuctural glazing) und

solche, die planmäßig zur Aussteifung in Scheibenebene herangezogen werden

und gekrümmte Überkopfverglasungen.



Die Verwendung gekrümmter Vertikalverglasungen ist nicht ausgeschlossen.

Die Bauregelliste (BRL) A Teil 1 führt jedoch keine Produktnormen für gekrümmte

Verglasungen, so dass auch gekrümmten Vertikalverglasungen im baurechtlichen

Sinne als nicht geregelt einzustufen sind und deren Verwendung eine Zustimmung

im Einzelfall (ZiE) oder eine Allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung (abZ) erfordert.

Verglasungen von Kulturgewächshäusern sowie alle Vertikalverglasungen, deren

Oberkanten nicht mehr als 4 m über der angrenzenden Verkehrsfläche liegen

(„4 Meter-Regel“), z. B. Schaufensterverglasungen, sind von den Regelungen der

TRLV freigestellt.



Damit wird dem geringeren Verletzungsrisiko solcher Verglasungen Rechnung

getragen. Es dürfen danach Vertikalverglasungen auch aus Spiegelglas ausgeführt

werden, selbst wenn sie nicht allseitig linienförmig gelagert sind, was sonst für grob

brechende Glasarten wie Spiegelglas, Gussglas und Verbundglas nicht zulässig ist.


Glasarten

Folgende Glaserzeugnisse dürfen im Rahmen der TRLV verwendet wenden:



- Spiegelglas (SPG, auch Floatglas genannt)

- Gussglas (Drahtglas, Ornamentglas, Drahtornamentglas)

- Einscheibensicherheitsglas (ESG)

- Heißgelagertes Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG-H) aus SPG

- Teilvorbespanntes Glas (TVG) mit abZ

- Emailliertes ESG aus SPG

- Emaillertes TVG aus SPG mit abZ

- Verbundsicherheitsglas (VSG) mit PVB-Folie

- Verbundglas (VG), z. B. Gießharzverbund


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